Kanzlei / Sozietät in eine Rechtsanwalts-GmbH umwandeln

Die Umwandlung einer Kanzlei oder Sozietät in eine Rechtsanwalts-GmbH begrenzt die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen, senkt die Steuerlast auf thesaurierte Gewinne auf rund 30 % und erleichtert Nachfolge sowie Partnerbindung über Geschäftsanteile. Seit der BRAO-Reform 2022 ist die Rechtsanwaltsgesellschaft fest etabliert. Sie verlangt jedoch die Einhaltung der Berufspflichten nach §§ 59c ff. BRAO und kann nach § 20 UmwStG steuerneutral zu Buchwerten erfolgen.

Informationen von Steuerberatern Prof. Dr. Patrick Spohn und Eric Preusche erstellt und steuerrechtlich geprüft.
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Schaubild: Sozietät bzw. Kanzlei als GbR mit unbeschränkter persönlicher Haftung und Einkommensbesteuerung im Vergleich zur Rechtsanwalts-GmbH mit Haftung begrenzt auf das Gesellschaftsvermögen
Von der Sozietät zur Rechtsanwalts-GmbH: Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt, ca. 30 % Steuerbelastung, Nachfolge und Partnerbeteiligung über Anteile. Schaubild vergrößern
  • ca. 30 % Steuerlast auf thesaurierte Gewinne der RA-GmbH
  • 2,5 Mio. € Mindestversicherungssumme nach § 59j BRAO
  • 25.000 € Mindeststammkapital: Haftung nur mit dem Gesellschaftsvermögen
  • §§ 59c–59m BRAO berufsrechtlicher Rahmen der RA-GmbH
Leistungen

Wie unterstützt Sie Unternehmenumwandeln.de bei der Umwandlung in die Rechtsanwalts-GmbH?

Unternehmenumwandeln.de begleitet die Umwandlung Ihrer Kanzlei oder Sozietät in die Rechtsanwalts-GmbH von der Due Diligence bis zur Kammerzulassung und Handelsregistereintragung, interdisziplinär aus Steuerrecht, Gesellschaftsrecht und anwaltlichem Berufsrecht. Den Überblick über alle Rechtsformwechsel gibt Unternehmen umwandeln.

  • Due Diligence der Kanzleistruktur Prüfung von Sozietätsvertrag, Altlasten und ungeklärten Beteiligungsverhältnissen als Grundlage des Umwandlungskonzepts.
  • Wahl des Umwandlungsmodells Bewertung von Formwechsel, Einbringung, Anteilsübertragung und Realteilung nach steuer- und berufsrechtlichen Kriterien.
  • Berufsrechtliche Strukturierung Gestaltung von Gesellschafterkreis, Stimmrechtsmehrheit und Geschäftsführung BRAO-konform nach §§ 59e und 59f BRAO.
  • Zulassung & Berufshaftpflicht Vorbereitung des Zulassungsantrags bei der Rechtsanwaltskammer samt Nachweis der Berufshaftpflicht über 2,5 Mio. €.
Was bedeutet Sozietät im rechtlichen Kontext? Rechtsanwälte gemeinschaftliche Geschäftsführung
Vorteile

Welche Vorteile bietet die Umwandlung in die Rechtsanwalts-GmbH?

Die Rechtsanwalts-GmbH schützt das Privatvermögen der Partner durch die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen, senkt durch das Trennungsprinzip die Steuerlast und schafft über übertragbare Geschäftsanteile attraktive Optionen für Nachfolge und Partnerbindung.

Haftungsbeschränkung statt akzessorischer Sozietätshaftung

In der Sozietät haften die Partner für berufliche Pflichtverletzungen unbeschränkt mit ihrem gesamten Privatvermögen, auch für Fehler ihrer Partner. Die Rechtsanwalts-GmbH begrenzt die Haftung im Regelfall auf das Gesellschaftsvermögen; eine Durchgriffshaftung besteht nur in eng begrenzten Ausnahmen.

  • Keine akzessorische Mithaftung für Pflichtverletzungen der Partner
  • Privatvermögen geschützt: Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt
  • Ausnahmen: Delikt (§§ 823 ff. BGB) und besonderes Vertrauen (§ 311 Abs. 3 BGB)
  • Persönliche Haftung nur bei unzureichender Versicherung (§ 59o BRAO)
Welche Vorteile bietet die Rechtsanwalts-GmbH?
Ablauf

Welche Modelle stehen für die Umwandlung in die Rechtsanwalts-GmbH zur Verfügung?

Die Umwandlung erfolgt in der Praxis vor allem über den Formwechsel nach dem Umwandlungsgesetz oder über die Neugründung mit Einbringung des Kanzleibetriebs. Beide Wege ermöglichen eine Buchwertfortführung, unterscheiden sich aber in Rechtsnachfolge und Aufwand.

  1. 1 Gesellschafterbeschluss & Konzept Einstimmiger Umwandlungsbeschluss der Partner und Erstellung eines individuellen Umwandlungskonzepts.
  2. 2 Umwandlungsbericht & Gesellschaftsvertrag Umwandlungsbericht und BRAO-konformer Gesellschaftsvertrag mit Firma „Rechtsanwaltsgesellschaft“ (§ 59k BRAO).
  3. 3 Notarielle Beurkundung & Kammerzulassung Beurkundung und Antrag auf Zulassung bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer mit Versicherungsnachweis.
  4. 4 Handelsregistereintragung Anmeldung beim Handelsregister nach Erhalt der Kammerzulassung: Die rechtliche Identität der Kanzlei bleibt erhalten.
Vorteil: Rechtliche Identität bleibt gewahrt, alle Rechtsverhältnisse gehen automatisch über. Buchwertfortführung nach § 25 UmwStG; Zustimmung aller Gesellschafter erforderlich.
Welche Modelle der Umwandlung haben sich bewährt? Einbringung gegen Formwechsel
Rezensionen

Mandanten, die ihre Umwandlung erfolgreich umgesetzt haben

  • „Die Umwandlung unserer Sozietät in die Rechtsanwalts-GmbH wurde berufsrechtlich sauber und steuerneutral umgesetzt. Die Kammerzulassung lief ohne Verzögerung.“

    MK Dr. M. K. Partner einer Wirtschaftskanzlei
  • „Endlich keine akzessorische Haftung mehr für Partnerfehler. Von der Due Diligence bis zur Eintragung wurden wir Schritt für Schritt begleitet.“

    SB S. B. Geschäftsführende Rechtsanwältin
  • „Über die Geschäftsanteile konnten wir unsere Nachfolge endlich klar regeln und zwei Associates beteiligen. Steuerlich und strategisch ein großer Schritt.“

    TH T. H. Gründungspartner einer RA-GmbH
Investition

Was kostet die Umwandlung einer Kanzlei in eine Rechtsanwalts-GmbH?

Im Gründungsprozess fallen Notarkosten von 1.500–2.000 €, Handelsregistergebühren von ca. 500 € sowie Zulassungskosten der Rechtsanwaltskammer von 200–500 € an. Die laufenden Mehrkosten der GmbH liegen je nach Kanzleigröße zwischen rund 5.300 und 14.500 € jährlich. Sie amortisieren sich in der Regel durch die Steuerersparnis und die Haftungssicherheit.

Hinzu kommen einmalige Gründungskosten (Notar, Handelsregister, Kammerzulassung) sowie der administrative Mehraufwand durch Meldepflichten gegenüber der Rechtsanwaltskammer (§ 59m BRAO). Alle Kosten werden vor Auftragserteilung dargelegt.
Beratungskosten

5,3–14,5 T€/Jahr

laufende Mehrkosten je nach Kanzleigröße
Kostenrelevante Faktoren
  • Kanzleigröße und Zahl der beteiligten Berufsträger
  • Erhöhte Berufshaftpflichtprämie (zusätzlich 2.000–4.000 € jährlich)
  • Mehraufwand durch Bilanzierungspflicht statt EÜR
  • Bewertungs- und Strukturierungsaufwand des Kanzleivermögens
Festpreis-Angebot anfragen
Welche Kosten und Nachteile sind zu beachten? Stammkapital 1.500-2.000 EUR 25.000 EUR
Beratungsteam Unternehmenumwandeln.de
Über uns

Spezialisiert auf Unternehmensumwandlungen, aus einer Hand

Unternehmenumwandeln.de ist eine auf Unternehmensumwandlungen spezialisierte Steuerberatungsgesellschaft, entstanden aus der Kooperation von Prof. Dr. Patrick Spohn und Steuerberater Eric Preusche. Die Verbindung aus akademischer Expertise und praktischer Erfahrung gestaltet selbst komplexe Umwandlungen rechtssicher und steuereffizient.

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FAQ

Häufige Fragen: Kanzlei / Sozietät in eine Rechtsanwalts-GmbH umwandeln

Welche berufsrechtlichen Voraussetzungen muss die Rechtsanwalts-GmbH erfüllen?
Die Rechtsanwalts-GmbH unterliegt neben dem GmbH-Recht den §§ 59c–59m BRAO. Die Firma muss die Bezeichnung „Rechtsanwaltsgesellschaft“ enthalten (§ 59k BRAO), der Unternehmensgegenstand primär die Rechtsberatung (§ 59d BRAO). Der Gesellschafterkreis ist auf rechtsberatungsnahe Berufe beschränkt (§ 59e BRAO); alle Gesellschafter müssen beruflich tätig sein, und die Mehrheit der Geschäftsanteile sowie Stimmrechte muss Rechtsanwälten zustehen. Die Geschäftsführung erfolgt überwiegend durch Rechtsanwälte (§ 59f BRAO), und am Sitz ist eine Kanzlei mit mindestens einem geschäftsführenden Rechtsanwalt zu unterhalten (§ 59i BRAO).
Welche gesetzlichen Anforderungen muss eine Rechtsanwalts-GmbH erfüllen? € 25.000 EUR 2,5 Mio. EUR
Welche Berufshaftpflichtversicherung ist vorgeschrieben?
Nach § 59j BRAO muss die Rechtsanwaltsgesellschaft eine Berufshaftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 2,5 Millionen Euro je Versicherungsfall abschließen; die Jahreshöchstleistung muss mindestens das Vierfache, also 10 Millionen Euro, betragen. Wird die Versicherung nicht oder nicht im vorgeschriebenen Umfang unterhalten, haften neben der Gesellschaft die Gesellschafter und Geschäftsführer persönlich in Höhe des fehlenden Versicherungsschutzes (§ 59j Abs. 4 BRAO). Die Prämien liegen etwa 2.000–4.000 € jährlich über denen einer Sozietät.
Wann ist die Umwandlung steuerneutral nach § 20 UmwStG möglich?
Die Einbringung des Kanzleibetriebs gegen Gewährung von Gesellschaftsanteilen kann nach § 20 UmwStG zu Buchwerten erfolgen, sodass keine stillen Reserven aufgedeckt werden. Beim Formwechsel greift die Buchwertfortführung nach § 25 UmwStG. Umsatzsteuerlich lässt sich bei der Einbringung die Geschäftsveräußerung im Ganzen (§ 1 Abs. 1a UStG) nutzen; beim reinen Formwechsel greift sie dagegen nicht, da dieser mangels Vermögensübertragung keine Leistung im umsatzsteuerlichen Sinne darstellt. Ein Umwandlungsstichtag zu Beginn des Wirtschaftsjahres ist vorteilhaft und mit dem Rückwirkungszeitraum von bis zu acht Monaten nach § 9 UmwStG kombinierbar.
Wann ist eine Rechtsanwalts-GmbH steuerlich nachteilig?
Eine Rechtsanwalts-GmbH ist steuerlich nachteilig, wenn niedrige oder unregelmäßige Gewinne die Fixkosten überproportional wirken lassen, bei nur 60.000 € Jahresgewinn bis zu 16,7 % des Ergebnisses. Wird der gesamte Gewinn ausgeschüttet, entfällt der Thesaurierungsvorteil und die Gesamtsteuerlast steigt auf etwa 48,46 % gegenüber maximal 47,47 % in der Personengesellschaft. Hohe stille Reserven, Grunderwerbsteuer bei Immobilien, Sperrfristen bei kurzfristigen Anteilsveräußerungen sowie die eingeschränkte Übertragbarkeit des Verlustvortrags (§ 8c KStG) sind weitere Risiken, die sich durch frühzeitige Planung minimieren lassen.
Vertiefung

Wie gelingt die rechtssichere Umsetzung der Kanzleiumwandlung?

Eine erfolgreiche Umwandlung integriert berufsrechtliche, gesellschaftsrechtliche und steuerliche Aspekte. Die folgenden Bausteine entscheiden über einen reibungslosen Übergang ohne operative Unterbrechung.

Wie läuft die Umwandlung phasenweise ab?
Die phasenweise Umwandlung gliedert sich in fünf Phasen: Vorbereitung mit Gesellschafterbeschluss, Modellwahl und Due Diligence (3–6 Monate vorher), Erstellung der Gründungsdokumente und Bewertung des Kanzleivermögens (2–3 Monate), notarielle Beurkundung sowie Kammerzulassung und Handelsregisteranmeldung (1–2 Monate), Umsetzung mit Information aller Geschäftspartner und Umstellung auf Bilanzierung sowie eine Nachbereitungsphase zur Feinjustierung von Vergütungsmodellen und Corporate Governance (1–3 Monate nach der Umwandlung).
Wie funktioniert die Umwandlung in eine Rechtsanwalts-GmbH Schritt für Schritt? 1 2- 3 -A
Wie werden bestehende Mandate und Verträge übertragen?
Anwaltliche Mandate sind Dienst- bzw. Geschäftsbesorgungsverträge (§§ 611, 675 BGB) mit persönlichem Vertrauensverhältnis. Beim Formwechsel gehen die Mandatsverhältnisse automatisch auf die GmbH über, eine schriftliche Information der Mandanten ist jedoch berufsrechtlich verpflichtend. Bei der Neugründung mit Einbringung ist die ausdrückliche Zustimmung der Mandanten erforderlich. Vollmachten sind zu aktualisieren, Honorarforderungen klar zu regeln, und sämtliche Miet-, Arbeits-, Leasing- und Versicherungsverträge müssen formwirksam übertragen werden.
Wie reagieren Mandanten auf die GmbH-Struktur?
Wie wird das Kanzleivermögen als Sacheinlage eingebracht?
Das Kanzleivermögen wird als Sacheinlage eingebracht, wobei das Stammkapital von 25.000 € (mind. 12.500 € eingezahlt) als Bar-, Sach- oder gemischte Einlage erbracht werden kann. Bei der Umwandlung dient das Kanzleivermögen als Sacheinlage: materielle Werte wie Büroausstattung, IT und Bibliothek sowie immaterielle Werte wie Mandantenstamm, Kanzleiname und offene Forderungen (Bewertungsfaktoren zwischen 0,8 und 1,5). Sacheinlagen müssen im Gesellschaftsvertrag genau bezeichnet (§ 5 Abs. 4 GmbHG), durch ein Sachgründungsgutachten bewertet und beim Handelsregister nachgewiesen werden.
Wie erfolgt die optimale Vermögensübertragung bei der Umwandlung?
Welche häufigen Fehler sind zu vermeiden?
Typische Fehler sind eine unzureichende Due Diligence mit ungeklärten Sozietätsverhältnissen, ein nicht BRAO-konformer Gesellschaftsvertrag, die Wahl einer steuerlich ungünstigen Umwandlungsmethode, ein unpassender Umwandlungsstichtag sowie eine fehlerhafte Bewertung des Kanzleivermögens. Hinzu kommen Versäumnisse bei der Mandatsübertragung und eine mangelhafte Kommunikation mit Mandanten, Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Eine sorgfältig geplante, rechtssichere Umwandlung unter Einhaltung aller Anforderungen der Rechtsanwalts-GmbH ist daher entscheidend.
Wie kann die Umwandlung einer Kanzlei in eine Rechtsanwalts-GmbH steueroptimal gestaltet werden? Steueroptimal gestalten A Achtung 1 1 in
Kontakt

Persönliche Strategie zur Umwandlung Ihrer Kanzlei in eine Rechtsanwalts-GmbH

Schildern Sie uns kurz Ihre Kanzleistruktur. Wir prüfen Ihr Sparpotenzial und die berufsrechtlichen Voraussetzungen und melden uns in der Regel innerhalb von 24 Std. mit den nächsten Schritten, kostenfrei und unverbindlich.

Ziel der Umwandlung Mehrfachauswahl möglich

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